In jeder Hinsicht traumhaft: Die Theater-AG spielte Shakespeares „Mittsommernachtstraum“

"Wahnsinn!", "Der Hammer!", "Grandios!", "Fantastisch!" - Das Publikum und die Presse waren sich einig: Die beiden Aufführungen der Theater-AG unter der Leitung von Judith Bentele und Michael Schulte haben alle Erwartungen weit übertroffen. Ihre Interpretation von Shakespeares "Mittsommernachtstraum" war vor allem das: ein Traum!

„Wahnsinn!“, „Der Hammer!“, „Grandios!“, „Fantastisch!“ – Das Publikum und die Presse waren sich einig: Die beiden Aufführungen der Theater-AG unter der Leitung von Judith Bentele und Michael Schulte haben alle Erwartungen weit übertroffen. Dabei war es ganz und gar kein leichtes Unterfangen. „Am Anfang war es wirklich schwer, ich habe vieles nicht verstanden, aber jetzt macht es richtig Spaß!“, so eine Schülerin über den mehr als 400 Jahre alten Text. Seit Oktober haben die Schülerinnen am Stück geprobt, immer wieder kam der Gedanke auf: „Schaffen wir das?“. Die ungewöhnliche Sprache, die Sprachmelodie und nicht zuletzt der viele Text verlangten den Darstellerinnen einiges ab. Aber mit der Hilfe von Judith Bentele und Michael Schulte arbeiteten sie sich Schritt für Schritt vorwärts, um letztendlich vor zwei aus“verkauften“ Häusern zu brillieren.

Doch worum geht es eigentlich im „Mittsommernachtstraum“? Theseus, der Herzog von Athen, möchte sich mit der Amazonenkönigin Hippolyta vermählen – ein Großereignis, für das eine Gruppe Handwerker ein Theaterstück probt, das die meist leere Kasse auf immer füllen soll. Doch scheint der Weg dorthin verworren. Im Wald, in dem die Generalprobe für das Stück stattfindet, treibt der Kobold Puck seine Späße und entführt einen Handwerker ins Elfenreich. Und auch Pucks Liebeszauber trifft den Falschen, und er hat alle Hände voll zu tun, die Fäden wieder zu entwirren, um letzten Endes dann drei Paare glücklich zu machen.

Die Schauspielerinnen aus den Klassen 5-10 (sowie eine Gastspielerin aus Klasse 4) hatten – wie auch das Publikum – sichtlich Freude am Spiel: Hermia (Carmen Sofia Rothe), die gleich von zwei Männern – Lysander (Ronja Aichele) und Demetrius (Eliana Krusche) – geliebt wurde, aber nur an Lysander Interesse hatte, Hermias Vater Egeus (Lilli Baumeister), der mit der Wahl seiner Tochter gar nicht einverstanden war, sowie sein Unterhaltungsmanager Philostrat (Anemone Mia Wawrzinek), Helena (Matthea Gaiser), die sich nach Demetrius verzehrte, aber (zunächst) verschmäht wurde, Theseus (Noa Tsitrin) und Hippolyta (Lola Drenker), deren bevorstehende Hochzeit Ausgangspunkt der Verwirrungen war, Titania (Fé Krischke) und Oberon (Gina Drenker), die sich um Titanias Ziehknaben Zeki (Sarah Bentele) zankten, Titanias Elfen (Anemone Mia Wawrzinek, Lilli Baumeister, Noa Tsitrin, Lola Drenker, Laura Fuchs, Laura Machold, Mia Kienzle), die Athener Handwerker unter der Leitung des Zimmermanns Squenz (Sofia Radde), der aber gegen einen großartigen, selbstverliebten Weber namens Zettel (Lina Roth) kaum zum Zuge kam, genausowenig wie die anderen Handwerker in der Theatergruppe (Yasmin Krause, Anjali Cassandra Chatterjee, Michelle Shorin, Ida Düker), und nicht zuletzt der wunderbar lausbübische Puck (Lena Marie Tschaffler), dem es eine sichtliche Freude war, die Menschen an der Nase herumzuführen.

Und vielleicht waren es ja nicht nur die Menschen im Stück, die er betört hat. Vielleicht, so Puck in seinem Schlussmonolog, hat ja auch das Publikum die ganze Zeit über geschlummert und alles nur geträumt. Ob er recht hat oder nicht, ob Schlaf oder Wirklichkeit – die beiden Abende waren in jeder Hinsicht traumhaft.