Gold oder Schlangen?: Theaterklasse spielt „Ein Fremder kam nach Buchara“

Was tut man, wenn die Kinder nicht schlafen wollen? - Man erzählt eine Geschichte. Die Theaterklasse (5b) und Gastspielerinnen aus der 6. Klasse erzählten am 10. und 11. Juli die Geschichte des Fremden, der in Buchara des Diebstahls bezichtigt wird, mit Hilfe einer List entkommt und dabei allen einen Spiegel vorhält.

Es herrscht reges Treiben auf dem Basar von Buchara, einer Stadt im heutigen Usbekistan: Der Schuhputzer sucht unaufhörlich Kunden, Bauchtänzerinnen zeigen ihr Können, ein Schlangenbeschwörer verblüfft mit seiner Kunst, Musikant*innen und ein Kamel, das rechnen kann, faszinieren das Volk. Da dringt ein Schrei durch die Stadt: Die Palastwachen haben festgestellt, dass im Garten des Padischah Aprikosen gestohlen worden sind. Der Dieb scheint auch schnell ausgemacht: der Fremde, der zum ersten Mal in Buchara zu Besuch ist. Dieser streitet die Tat jedoch vehement ab, was ihm zwar die Stadtbewohner, nicht aber der Padischah, sein Hofstaat und die Staatsbeamten glauben. Schnell wird eben jener Fremde darum zum Tode verurteilt. Dann aber wendet sich das Blatt: Er könne aus Geld Goldstücke wachsen lassen, behauptet er. Nun sind Interesse und Gier des Padischahs geweckt. Lediglich ein klitzekleines Problem gibt es: Das Geld müsse von einem ehrlichen Menschen eingepflanzt werden, sonst wüchsen statt Goldstücken viele, viele Schlangen. Ob sich wohl ein ehrlicher Mensch fand? Ob der Fremde sich freikaufen konnte? Oder ob das alles nur eine raffinierte List war? Diejenigen, die das Stückgesehen haben, können davon berichten. Sie haben nicht nur eine humorvolle und spannende Geschichte über Wahrheit, Gerechtigkeit und menschliche Schwächen gesehen, sondern auch eine begeisternde Aufführung der Theaterklasse, die die Zuschauer*innen mitnahm in die bunte, orientalische Welt von Buchara und die ihnen anschaulich vorführte, wie man sich mit Witz und Klugheit gegen Willkür und Ungerechtigkeit zur Wehr setzt. Judith Bentele und Michael Schulte haben das Stück mit den Schüler*innen inszeniert, Bühnenbild, Musik und Kostüme gestaltet, sowie das Skript um Szenen auf dem Basar ergänzt, die nötig geworden waren, weil das Ensemble so groß war. Wir sind jetzt schon sehr gespannt, wohin die Theaterklasse uns als nächstes entführt.