Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland mehr als 462 Radfahrer ums Leben; in Unfällen mit E-Scootern gab es 27 Todesopfer. Insgesamt wurden 37.200 alkoholbedingte Unfälle registriert, in denen knapp 19.000 Personen verletzt oder getötet wurden. Angesichts dieser Zahlen ist unabdingbar, junge Menschen für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren und sie zu befähigen, verantwortungsvolle Verkehrsteilnehmer zu werden.
Genau das war die Zielsetzung des 18. Verkehrssicherheitstags aller achten Klassen der Markwegschulen Herrenberg, also des Andreae-Gymnasiums, der Jerg-Ratgeb-Realschule sowie der Vogt-Heß-Gemeinschaftsschule am vergangenen Mittwoch. An sechs Stationen wurden einen Vormittag lang verschiedene Aspekte des Straßenverkehrs in den Fokus genommen. Neben theoretischer Information gab es an jeder Station auch praktische Übungen. Organisiert wurde der Tag federführend von Zoltan Borlan, Lehrer und Verkehrsbeauftragter des AGH, in Zusammenarbeit mit der JRS und der VHGMS. Betreut wurden die Stationen einerseits von Schülerinnen und Schülern, andererseits von außerschulischen Partnern.
So konnten die Schüler bei der Fahrschule Halanke aus der Sicht eines LKW-Fahrers erleben, wie eingeschränkt das Blickfeld des Fahrers und wie groß der tote Winkel rechts neben dem Fahrzeug ist. Sehr anschaulich schilderte Stefan Halanke, welche Gefahren Radfahrern drohen, wenn sie sich nicht durch Blickkontakt vergewissern, dass der Fahrer sie tatsächlich sehen kann. Auf dem Sportplatz der JRS hatten die Firmen Specialized Stuttgart und Holczer Radsport einen Fahrradparcours aufgebaut, auf dem alle ihre Geschicklichkeit testen konnten. Nebenan prüften die AGH-Schüler Alexander Hoheisen Pérez und Philipp Neubauer währenddessen mitgebrachte Fahrräder auf ihre Verkehrstauglichkeit, während eine andere Gruppe versuchte, mit einer Rauschbrille, die die Wahrnehmung unter Alkohol- oder Drogeneinfluss simuliert, einen Slalomparcours zu bewältigen. So viel sei verraten: Keins der aufgestellten Hütchen blieb dabei stehen und es wurde deutlich, in welchem Ausmaß Rauschmittel die Wahrnehmung einschränken. Bei der Aischbachhalle informierten Gerhard Strubbe und Peter Würffell vom ADFC über Regeln und Schilder im Fahrradverkehr. Anschließend wurde praktisch geübt, wie man als größere Gruppe im Fahrradverband fährt. Fahren durften auch die Schüler weiter oben vor dem AGH, allerdings auf einem E-Scooter. Nach grundlegenden Informationen und einem Quiz zu den gesetzlichen Regelungen, der von der Polizeidirektion Ludwigsburg betreut wurde, sowie einer kurzen Einweisung drehten alle eine sehr umsichtige Runde auf dem Schulhof. Währenddessen lernte die letzte Klasse, was zu tun ist, wenn es trotz aller Vorsicht doch zu einem Unfall gekommen ist: Helmabnahme, stabile Seitenlage und das Anbringen eines Druckverbandes wurde durch die Sanitäts-AG des AGH demonstriert und dann wechselseitig aneinander ausprobiert.
Wenn nur ein Unfall durch diesen Tag verhindert, eine Verletzung vermieden oder einer Person durch die gelernten Erste-Hilfe-Maßnahmen geholfen werden kann, dann hat sich dieser Tag in der brütenden Hitze mehr als gelohnt – da waren sich am Ende des Vormittags alle Beteiligten einig.


























