Wehrpflicht, globale Herausforderungen und Sozialversicherungen: Abgeordneter Marc Biadacz stellt sich den Fragen der 10. Klässler

Am Dienstag, dem 16.06. hatten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Andreae-Gymnasiums die große Gelegenheit, den Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz bei uns zu begrüßen. In einer lebendigen Fragerunde stellte er sich den politischen und teilweise sehr kritischen Fragen der Schülerinnen und Schüler - ein Termin, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ein Demokratie-Check zum Anfassen

Der Raum war voll, die Stimmung gespannt: Politik, so merkten viele schnell, ist kein abstraktes Thema, das irgendwo weit weg stattfindet. Herr Biadacz begann mit einer kurzen Vorstellung von sich und seiner Arbeit im Bundestag. Danach entwickelte sich schnell eine offene Diskussion.

Die Fragen der Klassen reichten weit — von der Wehrpflicht bis zu globalen Herausforderungen. Vor dem Hintergrund der Veranstaltung „Sicherheit und Frieden mitgestalten – vielfältige Wege für deinen eigenen Beitrag“ vergangene Woche, interessierte die Schüler*innen Herrn Biadacz Meinung zum Thema Wehrpflicht natürlich sehr. Herr Biadacz erklärte, dass die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht ein komplexes Instrument ist, das nicht nur die Verteidigungsfähigkeit stärken, sondern auch gesellschaftliche Debatten über Dienst und Zusammenhalt anstoßen würde. Er hob hervor, dass er selbst zivilen Ersatzdienst geleistet habe, heute aber den Wehrdienst leisten würde. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage, betonte er die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und der EU. Er betonte, dass jede Entscheidung transparent erklärt werden müsse, damit junge Menschen, wie die Schülerinnen und Schüler verstehen, warum sie getroffen wird. Auch für die Gleichberechtigung von Mann und Frau bezog er Stellung.

Auf Nachfrage zur Auffassung von Friedrich Merz zur Arbeit — etwa Betonung von Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung — schilderte Herr Biadacz, dass diese Sichtweise in Teilen sinnvoll sei, weil sie Motivation und unternehmerisches Denken fördere. Gleichzeitig warnte er davor, soziale Abfederungen und strukturelle Hindernisse zu vernachlässigen. Eine verantwortungsvolle Politik müsse deshalb Leistung fördern und zugleich Rahmenbedingungen schaffen, die faire Teilhabe ermöglichen.

Im Anschluss daran, interessierte die Schüler*innen die Reform der Sozialversicherungen und der Rente. Beim Thema Rentenreform wies Herr Biadacz auf die demografische Herausforderung hin: Die steigende Lebenserwartung und sinkende Geburtenraten belasten das umlagefinanzierte System. Seine Position war geprägt von dem Versuch, Balance zu finden — zwischen finanzierbaren Leistungen für heutige Rentnerinnen und Rentner und verlässlichen Aussichten für zukünftige Generationen.

Ganz klar grenzt sich Herr Biadacz von einer möglichen Koalition mit der AfD ab. Freiheitliches Denken eine uns alle. Niemand soll dieses freiheitliche Denken einschränken können.

Demokratie lebt vom Gespräch

Der Besuch von Marc Biadacz hat gezeigt, wie wertvoll Begegnungen zwischen Jugendlichen und gewählten Vertreterinnen und Vertretern sind. Solche Gespräche fördern politisches Interesse, klären Missverständnisse und geben jungen Menschen Mut, ihre Stimme zu nutzen. Wir danken Herrn Biadacz herzlich für seine Zeit, seine Offenheit und die wertvollen Einblicke in politische Prozesse.

Wir hoffen, dass dieses Treffen nur der Anfang weiterer Dialoge war — denn eine lebendige, kritische und informierte Schülerschaft ist das beste Rezept für eine starke Demokratie.