Besuch der KZ-Gedenkstätte in Dachau: Berichte von Schülerinnen und Schülern

Ende Januar besuchten die 9. Klassen die KZ-Gedenkstätte Dachau. Hier schildern sie ihre Eindrücke und das, was sie von dem Besuch mitgenommen haben. (Die Bilder wurden bei einem anderen Besuch aufgenommen.)

Nach der Busfahrt zur KZ-Gedenkstätte begann das bedrückende Gefühl der dunklen Vergangenheit. Es hatte geschneit und die gesamte Fläche war mit weißer Farbe bedeckt. Am Beginn der Führung nahmen wir den Weg, welchen die Häftlinge auch damals nahmen, und kamen dem Eingangstor immer näher. Uns war schon eher bewusst, was auf uns zukommen würde, anders als all den Häftlinge damals. Als wir durch das Tor mit der Aufschrift ,,Arbeit macht frei‘‘ gelaufen sind, konnten wir den riesigen Appellplatz unter dem Schnee erahnen. Die Vorstellung, wie es gewesen sein muss, bei diesen Temperaturen und ohne richtige Schneeschuhe mehrere Stunden oder den ganzen Tag stillgestanden zu haben, nur weil einer der Häftlinge den Gewalten des Konzentrationslagers entkommen wollte, war grausam. Die Erzählungen des Tour Guides halfen die Gegebenheiten besser zu verinnerlichen. Die Wege vom einen zum anderen Gebäude verliefen schweigsam.  Im heutigen Museum angekommen, lernten wir mehr über die einzelnen Räume und deren Funktionen, und auch wie die Menschen damals mit Symbolen gekennzeichnet wurden. Eine Erläuterung über eine der vielen Folterungsmethoden war, wie in der Reaktion der Klasse zu erkennen, ein weiterer Schock zu welchen Taten die Menschen damals neigten und welchen Gefallen sie darin fanden.  Der Weg zu den Baracken ließ die Schüler erkennen, wie schlimm es um diese Jahreszeit für die Häftlinge gewesen sein musste, schließlich hatten wir das Privileg mit warmen Winterschuhen durch den Schnee zu stapfen. In den Baracken sahen wir die Menge an ungemütlichen Stockbetten, welche von viel zu vielen Menschen benutzt werden musste. Schon bei einem Zusammenstoß mit den anderen Besuchern merkte man wie eng es geworden war.  Derartige Realisationen halfen sich zusätzlich zu den Erklärungen des Tour Guides, besser in die Gegebenheiten der Vergangenheit hineinzuversetzen. Sowie das Leben vieler Inhaftierter endete auch unsere Führung im Krematorium. Der weite Weg dorthin, vorbei an all den damaligen Baracken, am Stacheldraht vorbei, verbreitete eine erdrückende Stimmung. Im Bereich des Krematoriums ließen sich Gedenksteine und Statuen mit einprägenden Sprüchen zum Ort und der Zukunft wiederfinden. Als wir schließlich, auf freiwilliger Basis, selbst ins Krematorium durften, wurde es stiller unter der Menge. Die Desinfektionskammer, das Wartezimmer und die weiteren Räume wurden mit Respekt und Staunen betrachtet. Im Raum mit den Öfen, hatte die erdrückende Stimmung ihren Höhepunkt erreicht.  Als sich schließlich alle wieder außerhalb versammelt hatten, merkte man die Bedrücktheit der Schülerinnen und Schüler. Das Privileg haben zu dürfen, ein solch grausamen Ort in Hinsicht der Bildung besuchen zu dürfen, nachdem Tausende Menschen vor uns an genau diesem Ort sterben mussten, ist groß. Trotzdem war das eigene positivere Gefühl von Sicherheit an jenem Ort, welches wir heutzutage haben können, ungewohnt und fühlte sich nicht richtig an.  Der einzig positive Aspekt einer Gedenkstätte eines solchen Ortes ist nur der, zu wissen, dass die grausamen Taten der Vergangenheit angehören. Das Privileg, solche Orte als Gedenkstätte besuchen zu dürfen, hilft dabei, die Ereignisse, auch wenn schon vergangen, nicht zu vergessen. Jugendliche in unserem Alter sollten sich nicht nur im Geschichtsunterricht mit den dunklen Zeiten des eigenen Landes befassen, sondern selbst an einem der zentralen Orte dieser Zeiten gewesen sein. Erst wenn man einmal selbst über den Appellplatz gelaufen ist oder die Zellen mit eigenem Auge gesehen hat, kann man die Grausamkeit des Nationalsozialismus annäherungsweise nachvollziehen.

Leona Brück, 9b

In Dachau wurde einem alles, was man bisher über die NS-Zeit in Geschichte gelernt hatte, greifbar, da man sich nicht nur mit Zahlen und Daten beschäftigte, sondern mit den persönlichen Geschichten vieler Menschen. Als man selbst durch das Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ und dann auf den Appellplatz gegangen war, konnte man sich in die damaligen Häftlinge gut hineinversetzen. Besonders eindrücklich war die bedrückende Stille, die trotz der vielen Besucher herrschte. Es machte einem das Ziel der Gedenkstätte deutlich, nämlich die Mahnung und Verantwortung. Am Ende sind wir alle verändert hinaus gegangen, wir waren alle sehr still, da wir die grausamen Geschehnisse des Ortes verinnerlichen mussten. Alle waren sich einig, dass der Besuch wichtig war, um allen Menschen zu lehren, dass solche Grausamkeit nicht noch einmal passieren darf.

Sophie Hubert, 9b

Am 29. 01. 2026 hat die ganze 9. Klassenstufe einen Ausflug in die Dachauer KZ- Gedenkstätte gemacht. Zuvor haben wir die NS- Zeit im Geschichtsunterricht behandelt, somit hatten wir eine gute Grundlage, um unser Wissen über das KZ zu erweitern. Das Konzentrationslager Dachau wurde 1933 eröffnet und war eines der ersten Konzentrationslager in Deutschland. Heutzutage ist die Gedenkstätte ein Ort der Erinnerungen. Obwohl wir eine eher kurze Führung hatten, konnten wir viele Eindrücke sammeln. Schon als wir das Gelände betraten, sprang einem das „Arbeit macht frei“ Schild ins Auge. Ab diesem Moment begann die Stimmung in der Klasse zu sinken und eine trostlose und trübsinnige Stille herrschte. Auch der Appellplatz war sehr groß und wirkte leer und still. In den rekonstruierten Baracken konnte man sehen, wie eng und hart das Leben der Gefangenen war. Zu sehen wie die Lebensumstände dort gestalten wurden, entpuppte sich ebenfalls als eine sehr erschreckende Erkenntnis. In der Ausstellung haben uns vor allem die persönlichen Geschichten der Häftlinge bewegt. Auch das Krematorium und die Gaskammer zu sehen, war sehr erschütternd. Im Generellen war es schwer zu begreifen, wie viel Leid die Menschen dort erfahren mussten. Während des Rundgangs wurde mir bewusst, wie wichtig Erinnerung und Aufklärung sind. Ich denke, dass wir alle gelernt haben wie wertvoll Freiheit, Menschenrechte und Demokratie heute sind. Aufgrund dessen denke ich, dass eine Exkursion in ein KZ eine sinnvolle Tat sein kann und zur Sensibilisierung der Thematik beitragen kann.  

Simon Kovtun 9b

Am 29.01.26 besuchten wir im Rahmen des Geschichtsunterrichtes die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau, um uns mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.

Da wir den Besuch im Winter gemacht haben, hatte der gesamte Ort nochmal eine andere Ausstrahlung, als es vermutlich im Sommer der Fall ist. Obwohl wir uns schon zuvor im Unterricht mit diesem Thema beschäftigt haben, hat die Gedenkstätte in jedem Einzelnen von uns ein beklemmendes Gefühl verursacht.

Als wir über den Appellplatz gelaufen sind, den Blick auf die nachgebauten Baracken gerichtet, wurde uns erst einmal richtig bewusst, wie systematisch und organisiert die Verbrechen vollzogen wurden. Wir haben, so wie die anderen Klassen auch, eine Führung von einer netten Frau bekommen, die uns mit vielen Informationen versorgt hat. Schade war es allerdings, dass die Führung sich zwar mit manchen Aspekten, wie z.B. der Ankunft sehr umfangreich, aber mit manchen anderen Punkten nur sehr wenig bis gar nicht beschäftigt hat. Für die Meisten von uns war das Krematorium der erschütterndste Ort auf dem gesamten Areal. Man war den unbeschreiblichen, unmenschlichen Taten, die damals verrichtet wurden, so „nah“ wie nie zuvor.

Auf dem Rückweg, aber auch auf der fast schon ein wenig zu langen Rückfahrt, war die gesamte Stimmung von hilflosen, nachdenklichen und betroffenen Gesichtern geprägt. Trotzdem war der Ausflug insgesamt ein sehr lehrreicher und unbedingt notwendiger Tag.

Helena Wendland, 9b